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25.09.2016   Mannheimer Morgen - Extra-Spiel: Trainer Dach muss auf die Tribüne / Lindenhof freut sich über Erfolg

MFC Phönix weiter im Sturzflug Von unserem Mitarbeiter Marcel Schreiner

Vittorio Cammilleri (links), einer der besten Spieler des MFC Lindenhof, wird von Habib Altundag (MFC Phönix) angegriffen. © Nix Mannheim.

"Das bringt doch nichts, wenn ihr euch anmotzt", hallte es über den Platz. Chris Liebe war sichtlich bemüht, sein Team in die Spur zu bringen. Doch der MFC Phönix Mannheim ließ sich nicht beirren, meckerte munter weiter - sowohl gegen die Mitspieler, als auch hin und wieder gegen den Unparteiischen. Daran änderte auch der gut gemeinte Ratschlag des Keepers nichts.

In der 42. Minute gipfelte die Phönix-Misere in der 1:0-Führung des MFC Lindenhof. Trainer Rafal Dach sah das Gegentor während er auf die andere Spielfeldseite wechselte, nachdem ihn der Schiedsrichter auf die Tribüne geschickt hatte. Der Grund, wie sollte es an diesem Tag anders sein: Meckern. Eine Szene, die bezeichnend war für das "Spiel der Leidenden" in der Fußball-Kreisliga, das Lindenhof am Ende mit 3:0 für sich entschied. "Man hat in den letzten Wochen schon gesehen, dass es bergauf geht", erklärte Heim-Trainer Ralf Eckl nach dem SpielPartie: "Da haben wir es noch versäumt, uns zu belohnen." Diese Mal war es aber anders. Während Phönix einige gute Ansätze hatte, aber keine echten Torgelegenheiten produzierte, kam Lindenhof mehrfach aus guter Lage zum Schuss - lediglich der bärenstarke Gästetorhüter Liebe verhinderte ein Schützenfest. "Fußball ist viel Psychologie, da spielt sich viel im Kopf ab", erklärt Eckl.

Sein Gegenüber Dach sah das ähnlich, erklärte so auch das Meckern seines Teams: "Das ist alles Frust, der da rauskommt." An der Einstellung liege es aber nicht grundsätzlich: "Da sind Spieler mit Herz dabei, die wollen unbedingt gewinnen. Aber mit nur sieben oder acht Spielern die alles geben, gewinnen wir nicht." Dach ärgert sich

• MFC 08 Lindenhof: Berton - Mücke, Carotenuto, Dell, A. Cammilleri - Geier (76. Stiewitz), Weiß (86. Krämer), Bauer, Roesinger (86. Tieck) - Dujmovic (68. Haag), V. Cammilleri.

• MFC Phönix: Liebe - Johannvorderbrücken, Malzner, Mohammed, Azad - Altundag - Dönmez (60. Nalu), Altintas - Bochinski, Kurt, Shukeirik (86. Hablowetz).

• Tore: 1:0 Dujmovic (42.), 2:0 Mücke (68.), 3:0 Dell (82./Strafstoß).

• Karten: Gelb-Rot für Mohammed (Phönix) wegen Foulspiels (82.).

• Beste Spieler: Mücke, V.Cammiller, Carotenuto - Liebe. • Zuschauer: 80. • Schiedsrichter: Matteo Münkel. (msc)

Die gesperrten Akteure - sie werden schmerzlich vermisst. "Wir können in keiner Weise reagieren", merkte Dach an, "wenn wir jede Woche eine andere Mannschaft haben." Der Trainer des MFC Phönix wirkte geknickt, blickte mit stoischer Miene ins Leere, als er über die kommenden Aufgaben sprach. "Es sind noch fünf oder sechs Spiele, in denen uns die Jungs fehlen werden. Wenn wir gegen Lindenhof nicht gewinnen, dann weiß ich nicht, gegen wen wir die Punkte holen sollen."

Dabei waren die Gastgeber stark, ließen dem zaghaften Aufwärtstrend der letzten Woche einen deutlichen Sieg folgen. "Wir haben nach hinten nichts zugelassen", wusste Eckl. Der Coach war nach dem Sieg erleichtert: "Die Last fällt jetzt von uns ab, es war einfach eine Frage der Zeit." Immerhin in einer Sache waren sich beide Trainer einig: Phönix-Torhüter Liebe war trotz der Niederlage mit der beste Mann auf dem Feld. "Schon in der ersten Halbzeit hätte es drei oder vier zu null für den Gegner stehen müssen", rechnete Dach vor. Auch im zweiten Abschnitt parierte Liebe mehrfach exzellent - die Niederlage konnte er dennoch nicht verhindern. Schuld daran war nicht zuletzt das geschlossene Meckern, das der Torhüter schon früh kritisierte.

Bericht Mannheimer Morgen 26.09.2016